WIE DEIN HUND LERNT, FUTTER UND OBJEKTE AUSZUGEBEN

29. Januar 2018

Es gibt viele viele Wege das Ausgeben von Futter und Spielzeug zu trainieren. Heute möchte ich dir meine Lieblingsvariante vorstellen. Du kannst dir aussuchen, ob du dir das Video dazu anschaust, den Artikel liest, oder beides. In meinem Training haben schon viele Hunde das Ausgeben auf diese Weise gelernt und es werden sicher noch viele folgen. Auch Chouky, der Ressourcen Verteidiger, hat es so kennen gelernt. Ich wünsche dir viel Freude dabei. Sollte dir etwas unklar sein kannst du mir sehr gern einen Kommentar hinterlassen.

Was du beim Training unbedingt beachten solltest

Prinzipiell fällt es unseren Hunden schwer etwas aus dem Fang wieder her zu geben. Dieses Objekt ist für sie oft wichtig. Werden wir nun panisch, ziehen es ihnen aus dem Fang heraus, schimpfen oder rucken an der Leine, so wird der Hund immer geschickter darin etwas aufzunehmen. Zeitgleich werden sie auch besser darin es schnell herunter zu schlucken. So wird etwas, dass vorher nur irgendwie interessant war plötzlich wahnsinnig wichtig für unseren Hund. Es wird wichtig weil wir es mit Stress und Verknappung verknüpft haben. Es wird wichtig, weil wir uns mit unserem Hund darum streiten.

Denke immer daran so entspannt wie möglich mit deinem Hund zu trainieren. Wenn du etwas wirklich dringend zurück benötigst und dein Hund das Signal noch nicht kann, dann biete ihm einen lohnenswerten Tausch an. So bekommst du es aus dem Fang ohne übertrieben viel Stress und Panik verbreitet zu haben. Tatsächlich konnte mein Beagle bis heute nicht auf Signal ausgeben. Ich habe es einfach nie gebraucht. Wenn ich mal (4 Mal im Jahr) etwas wieder haben wollte habe ich getauscht. Du siehst in dem Video also unsere allererste Trainingssession. Und du weißt, tauschen ist auch eine Option. Wir haben so die letzten sechs Jahre überstanden, ohne Streit.

  • entspannte Trainingssituation
  • keine Verknappung
  • das Objekt nicht direkt wegnehmen
  • star-o
    nicht darum streiten, lieber tauschen

Schritt 1 - Erwartungshaltung aufbauen

Es wird Zeit, dass du dir ein Signal überlegst. Nimm am besten ein Wort, dass dein Hund noch nicht kennt. Mein neues Signal ist "Danke", wundervoll wie ich finde und man kann es weder schimpfen noch panisch aussprechen. Das erste, was dein Hund nun lernen sollte ist, dass "Danke" ein tolles Wort ist. Denn nach jedem "Danke" fliegt für ihn Futter vom Himmel. So wird eine schöne und sichere Erwartungshaltung aufgebaut, die deinen Hund im weiteren Training schnell hellhörig werden lässt.

So banal dieser Trainingsschritt auch aussehen mag, du solltest ihn sehr sorgfältig behandeln. Schaffe diese Verknüpfung in jeder Situation in der du dich mit deinem Hund befindest. In der Wohnung, im Garten, im Wald, in der Fußgängerzone,... Dein Hund soll zu 100% wissen, dass nach deinem Signal Futter geflogen kommt. Egal wo ihr seid. Nimm dir mindestens eine Woche Zeit dafür, dann gehst du auf Nummer sicher. Nutze von Beginn an tolle Leckerchen. Denke daran, dein Hund Sol später auch Bockwürste ausspucken.

Schritt 2 - Verhalten Formen

Nun gehen wir an den Schritt, in dem wir gezielt das Verhalten "ausspucken" trainieren wollen. Nutze hierzu relativ uninteressante Objekte wie Kugelschreiber, Schlüssel, Notizblöcke, Bilderrahmen, etc. Dinge, die dein Hund prinzipiell gar nicht dringend in den Fang nehmen möchte. Dann startest du, vorbereitet mit Leckerli, Klicker oder Lobwort, deinem Hund und den Objekten. 

Du legst deinem Hund das Objekt hin. Sobald er sich dafür interessiert sagst du dein Signal und wirfst Futter. Dies machst du mehrere Male hintereinander. Dein Hund hört auf sich mit dem Objekt zu beschäftigen, wenn du dein Signal sagst? Perfekt! Dann folgt sofort dein Klick oder Lobwort und dann wird erst das Futter geworfen.


Hund geht zum Objekt   >   Signal "Danke"   >   Futter werfen

Hund geht zum Objekt   >   Signal "Danke"   >   Hund beendet Interaktion mit Objekt   >   Klick/ Lobwort   >   Futter werfen

Schritt 3 - Schwierigkeit steigern

Die langweiligen Objekte sind kein Problem mehr? Super, dann kannst du es nun schwerer machen. Nutze schwierigere Objekte wie Spielzeug o.ä. Funktioniert dein Ausgeben Signal an allen Objekten kannst du beginnen an Futter zu trainieren.

Ein Einstieg in das Ausgeben von Futter sind Futterspielzeuge. Spielzeuge die sich mit Futter befüllen lassen. Du beginnst dein gewohntes Training nun mit einem Futterspielzeug, welches noch nicht gefüllt ist. Es ist gut möglich, dass du nun wieder einen Schritt zurück gehen musst und direkt nach deinem Signal das Futter wirfst.


Hund geht zum Futterobjekt   >   Signal "Danke"   >   Futter werfen

Hund geht zum Futterobjekt   >   Signal "Danke"   >   Hund beendet Interaktion mit Futterobjekt   >   Klick/ Lobwort   >   Futter werfen


Auch das funktioniert? Dann kannst du starten und das Futterspielzeug mit seeehr langweiligem Futter füllen. Dein Belohnungsfutter ist natürlich hochwertiger. Du wirst nun sicher wieder einen Schritt zurück gehen müssen und direkt nach deinem Signal Futter werfen. Beginnt dein Hund die Interaktion wieder zu beenden, kannst du den Klick bzw. das Lobwort nutzen und danach belohnen.


Hund geht zum Futter   >   Signal "Danke"   >   Futter werfen

Hund geht zum Futter   >   Signal "Danke"   >   Hund beendet Interaktion mit Futter   >   Klick/ Lobwort   >   Futter werfen


Das Futterspielzeug lässt dein Hund liegen, wenn du dein Signal gibst? Dann kannst du mit schnöden aber harten Kauartikeln beginnen. Und dich dann Schritt für Schritt weiter antasten an die ausgespuckte Bockwurst.

Damit eurem Erfolg nichts im Weg steht

Nimm dir Zeit für dieses Training. Ausspucken von Objekten und Futter ist keine leichte Übung. Hat dein Hund Schwierigkeiten, werde nicht ungeduldig oder beginne zu schimpfen, das Wort zu wiederholen, das Wort lauter zu sagen,... Gehe einfach einen Trainingsschritt zurück, vermutlich war dein Hund einfach noch nicht so weit.

Außerdem ist es enorm wichtig, dass du dieses Verhalten an verschiedenen Orten trainierst. Nur dann wird es auch an verschiedenen Orten funktionieren. Gehst du an einen neuen Ort wirst du deine Anforderungen etwas senken müssen. Prinzipiell solltest du immer nur eine Sache verändern. Wird eine Sache schwerer, machst du die anderen vorerst leichter.

Ich trainiere täglich 5-10 Minuten an diesem Verhalten. Diese Zeit kann ich locker in meinen Alltag einplanen und Pablo wird nicht überfordert. In der Zwischenzeit werde ich weiterhin tauschen, sollte ich etwas von ihm haben wollen.