Skript Welpeninfoabend

Hier findest du alles was wir an unserem Welpeninfoabend besprochen haben. Solltest du mit deinem Neuankömmling an unserer Welpenschule teilnehmen wollen kannst du dich hier anmelden. Bitte vergiss nicht dich rechtzeitig zu melden, damit wir deine erste Einzelstunde möglichst 3 Tage nach dem Einzug deines Hundekindes machen können.

 

1. Überlegungen vor der Anschaffung

 

  • Welche Rasse soll es werden. Passt diese Rasse von Größe, Gewicht, Kraft UND Aktivität zu mir? Und das für die nächsten Jahre?

Die Auswahl des richtigen Hundes sollte nicht allein an der Körpergröße festgemacht werden. Nur weil man ein Grundstück hat muss es kein großer Hund sein, genauso wenig in der Wohnung ein kleiner. Wichtig ist hier das Aktivitätsniveau des Hundes. Das Aktivitätsniveau eines Jagdhundes liegt hier deutlich höher als das eines Molossers (Bulldoggen und co.). Auch wenn Hunde ein Ruhebedürfnis von 17-20 Stunden täglich haben möchten sie in der Zwischenzeit je nach Rasse ausgelastet werden. Mangelnde Auslastung führt in der Regel zu Verhaltensauffälligkeiten die wiederum ein langes Training nach sich ziehen können.

  • Soll mein Hund langes oder kurzes Fell haben?

Diese Frage ist ziemlich wichtig. Ein Hund mit längerem Fell bedeutet deutlich mehr Pflege- und Trainingsaufwand, damit die Pflegemaßnahmen nicht zur Tortour werden. Tatsächlich schützt ein langes Fell unserer Haushunde im Winter meist trotzdem nicht ausreichend vor der Kälte, sodass ein Mantel her muss. Im Sommer sind viele langhaarige Hunde froh über eine Sommerfrisur. Fallen die Haare über die Augen, sollten sie am Kopf festgebunden sein. So wird das Sichtfeld des Hundes nicht eingeschränkt.

Ein Hund mit kurzem Fell benötigt in aller Regel nur sehr wenig Pflege. Beim Fellwechsel reicht Bürsten aus, um die überflüssigen Haare zu entfernen. Im Winter gibt es einen Pullover zum warm halten.

  • Wir mein Hund ein Rüde oder eine Hündin?

Diese Frage solltest du dir genau überlegen. Hündinnen sind oft (nicht immer und allgemein) etwas leichter zu führen. Dafür können sie etwas zickiger werden und zwei Mal im Jahr werden sie läufig. Hier ist dann Vorsicht geboten, damit es nicht zu unerwünschtem Nachwuchs kommt. Im Anschluss an die Läufigkeit folgt die Scheinträchtigkeit. Während dieser sind die Hündinnen oft etwas in sich gekehrter.

Rüden haben diese Sorgen nicht. Dafür neigen sie eher zum Rüpeln während der Jugendentwicklung. Letzten Endes lässt sich aber alles trainieren.

  • Wie alt soll mein neuer Hund bereits sein?

Dies ist eine der wichtigsten Fragen in Bezug auf die Auswahl des Hundes. Welpen können gern mit vollendeter 8. Lebenswoche umziehen. Die Sozialisierungsphase endet mit der 13. Lebenswoche. Bei vielen Züchtern verbringen die Welpen diese wichtige Zeit leider oft nur auf dem eigenen Hof. So wird eine wichtige Phase verpasst die den Grundstein für einen entspannten angstfreien Hund legt.

Doch auch die Aufnahme eines älteren Hundes kann Sinn machen. Ein Welpe wird bald zum pubertierenden kleinen Monster. Welpen haben noch keine Beißhemmung erlernt und zwicken daher anfangs oft. Außerdem können sie noch nicht lange warten bis sie wieder auf Toilette müssen. Erwachsen ist ein Hund ca. mit 3 – 4 Jahren. Ab da lassen sie allen jugendlichen Leichtsinn hinter sich. Erlerntes ist abrufbar und die Hunde sind deutlich ruhiger.

Erwachsene Hunde binden sich genauso an ihren Menschen wie Welpen es machen.

Das heißt, auch ein erwachsener Hund kann eine gute Entscheidung sein. Soll es der Welpe werden, so muss klar sein, dass die nächsten 1,5 Jahre viel Arbeit auf dem Plan steht.

  • Sind alle in der Familie mit der Anschaffung einverstanden?

Ein Hund sollte immer bei allen willkommen sein. Es reicht nicht aus eine Bezugsperson zu haben die sich um alles kümmern möchte. Es treten immer unvorhergesehene Situationen auf in denen der Hund anderweitig Betreuung benötigt. Die ganze Familie sollte sich den Hund wünschen und sich auf ihn freuen. Der Hund sollte von niemandem das Gefühl bekommen unerwünscht zu sein. Bite vergiss nie, dein Hund sucht sich nicht aus wo er hin kommt. Dann sollte er dort wenigstens willkommen sein.

  • Was kostet mich ein Hund?

Die Futterkosten sollten nicht zu knapp gerechnet werden. Für einen großen Hund (30kg) benötigt man ca. 100€ pro Monat inklusive Leckerchen usw.

Für den Tierarzt sollte bestenfalls monatlich ein kleiner Betrag zurück gelegt werden. Bei Kleinigkeiten werden die Rechnungen selten 80€ übersteigen. Daher reicht es in der Regel aus 10 – 20€ pro Monat an Tierarztkosten einzuplanen. Um Operationen abzudecken empfehle ich dir eine OP-Versicherung abzuschließen. Operationen kosten schnell mehrere tausend Euro. Eine OP Versicherung kostet im Schnitt 20€ pro Monat und deckt alle Eventualitäten ab.

Weitere 20 – 30 € pro Monat sollte für Schnick Schnack eingeplant werden. Spielzeug, Näpfe, Betten, Geschirre, Leinen, Pullover, Boxen, usw.

Das Training in einer Hundeschule beträgt monatlich zwischen 70 – 150€ (je nach Trainingsangebot). Wenn du neben dem Alltagstraining noch eine Beschäftigung mit deinem Hund trainieren möchtest wird es entsprechend mehr.

Die Betreuung des Hundes sollte gut abgedeckt sein. Junge Hunde (bis 2 Jahre) sollten möglichst nicht länger als 5 Stunden allein sein. Ist dies nicht möglich solltest du nach einer Betreuung für deinen Hund schauen. Oftmals ist hier ein Dogwalking Service die richtige Wahl. So kann dein Hund nach intensiver Aktivität wieder ruhen und ist fit wenn du Heim kommst. Pro Betreuung solltest du ca. 15-20€ einplanen. Bist du im Urlaub oder krank benötigt dein Hund eine Hundepension. Hier betragen die kosten ca. 30 – 40 € pro Übernachtung.

Eine Haftpflichtversicherung für deinen Hund solltest du ebenso abschließen. Gerade junge Hunde verursachen schnell mal Schäden. Da ist jeder froh um seine Versicherung. Eine Haftpflichtversicherung kostet monatlich ca. 100€.

Steuern für den Hund sind je nach Wohnort verschieden. In Cottbus beträgt die Hundesteuer aktuell 78€ jährlich.

Alles in allem haben wir einen monatlichen Kostenpunkt für einen großen erwachsenen Hund (ca. 30kg) von ca. 280€ ohne Betreuungskosten.

Diese Summe sollte für dich locker machbar sein, damit du deinem Hund die beste Pflege zukommen lassen kannst ohne in Schwierigkeiten zu geraten.

  • Habe ich eine Urlaubs- und Krankheitsbetreuung?

Bei mir passen meine Eltern auf die Hunde auf wenn ich nicht da bin. Das heißt aber auch, dass ich meinen Urlaub nicht frei planen kann. Ich muss meine Zeiten nach meinen Eltern richten. Dafür ist es kostenfrei. Solltest du diese Möglichkeit nicht haben benötigst du eine liebevolle Hundepension. Bitte rechne die Kosten mit ein und denke daran deinen Hund frühzeitig einzugewöhnen. Bitte bringe ihn nicht zum ersten Mal dort hin und er muss direkt 14 Tage da bleiben.

  • Ist ausreichend Zeit für den Hund gegeben? Wie lange muss er allein bleiben?

An dieser Stelle ist wieder das Aktivitätsniveau deines Hundes wichtig. Doch so oder so sollte es dir klar sein, dass deine Freizeit deinem Hund gehört. Wenn er bereits 8 Stunden allein war, solltest du ihn nicht jeden Tag noch länger warten lassen. Bei einem erwachsenen aktiven Hund sollten pro Tag ca. 2 Stunden für gemeinsame Beschäftigungen eingeplant werden. Außerdem genießt dein Hund es sicher mit dir zu entspannen. Auch dies benötigt Zeit.

In meinen Augen kann ein Hund problemlos 8 Stunden allein bleiben, wenn er es gut gelernt hat. Welpen und Junghunde können dies noch nicht.

 

2. Wie erkenne ich einen guten Züchter?

Tatsächlich ist hier der Preis ein erster Anhaltspunkt. Ein Hund vom Züchter sollte nicht unter 1000€ kosten. Er sollte Papiere und Stammbaum besitzen. Ein guter Züchter möchte die zukünftigen Besitzer gern persönlich kennen lernen. Es ist möglich die Mutterhündin mit den Welpen zu besuchen. Dabei sollte Wert auf das Verhalten der Mutter gelegt werden. Ist sie ruhig, ausgeglichen und nicht ängstlich spricht dies für einen Züchter. zeigt die Mutter scheu und Angst sollte von der Zucht Abstand genommen werden. Die Hunde sollten möglichst im Haus leben dürfen und frühestens ab der 4. Lebenswoche ins Freie umziehen. Der Umgang der Mutterhündin und des Züchters sollten nett und liebevoll sein.

Ein guter Züchter hat nicht mehr als 2 Hündinnen einer Rasse und eben auch nur eine Rasse zur Zucht. Die Hündinnen haben nur alle 2 Jahre einen Wurf.

Bei Abgabe sollten die Hunde Geschirr/ Halsband und Leine, eine Decke und Futter für die ersten tage mitbekommen. Ein guter Züchter bleibt auch gern in Kontakt mit den Familien, um den Werdegang seines Zöglings zu verfolgen.

Von Billigwelpen auf eBay und co. sollte dringend Abstand genommen werden!

 

3. Und ein Hund aus dem Tierschutz?

Einem Tierheimhund ein Zuhause zu geben ist immer eine gute Wahl. Auf der sicheren Seite ist man hier direkt bei den deutschen Tierheimen. Sie können meist bereits gute Angaben über den Charakter der Hunde machen und man kann die Hunde vorher kennen lernen.

Hunde aus dem Auslandstierschutz sind immer ein Überraschungspaket. Oft fehlt es an genauen Angaben und die Hunde zeigen hier Verhaltensweisen, die wir von unseren Haushunden nicht kennen. Es sind eben Straßenhunde mit ihrem Erfahrungshintergrund. Daher unbedingt beachten, ein Auslandshund macht mindestens die gleiche Arbeit wie ein Welpe. Wenn es schlecht kommt sogar noch mehr.

Hier in der Nähe haben wir das Tierschutzligadorf und das Tierheim Cottbus. Bitte vergiss nie nach einem Kennungschip, Gesundheitsuntersuchungen und dem Impfausweis zu fragen.

 

4. Der Weg nach Hause.

Bei der Abholung deines Hundes sollte es möglichst noch zeitiger Vormittag sein. Alle zukünftigen Familienmitglieder sollten den Hund gemeinsam abholen. Der Hund hat vorher möglichst nicht viel gegessen (damit er nicht ins Auto bricht) und darf auf dem Rücksitz neben seiner zukünftigen Bezugsperson sitzen. Ihr kommt im hellen Zuhause an und der Hund darf alles ganz in Ruhe erkunden. Besuch sollte die ersten tage keiner kommen. Außerdem sollte die ersten 14 Tage immer jemand Zuhause sein. Ihr habt bei der Abholung frisches Wasser mit und die Leine bleibt die ersten Wochen immer dran. Um deinen Hund bei Verlust doch schnell wieder zu finden kann ich dir den Tractive GPS Tracker* für Hunde empfehlen. Vor allem bei jagdlich motivierten Hunden und Tierschutzhunden ist er empfehlenswert.

Bei deinem neuen Hund legst du die ersten drei Tage Wert auf viel Ruhe und du übst bereits an der Stubenreinheit. Mehr Action benötigt dein Hund noch nicht.

 

5. Empfehlenswertes Equipment/ Bücher

Hier findest du eine kleine Auflistung der Dinge die in einem Hundehaushalt nicht fehlen sollten. Alle Artikel habe ich selbst getestet und kann sie dir empfehlen.

  • Buch Fit for Life: Was Welpen wirklich lernen müssen, in diesem Buch sind super Welpenübungen erklärt die den Weg in ein sicheres Leben ermöglichen
  • Buch Leben mit Hunden: Gewusst Wie, in diesem Buch berichten mehrere Trainer zu verschiedenen Themen über ihr Leben mit ihren Problemhunden, sehr schön geschrieben und es zeigt die nette Seite des Hundetrainings ohne Zwang und Strafe
  • Buch So klappt’s mit Kind und Hund, ein schöner Einblick in das harmonische Zusammenleben von Kind und Hund (das ist nämlich gar nicht so einfach)
  • Spielzeug Kong zum befallen und selbst beschäftigen, auch gut für das allein bleiben Training
  • Kauartikel Kaffeholz, super für Welpen und junge Hunde um ihr Kaubedürfnis zu befriedigen, so bleiben die Möbel ganz