5 Tipps, wie du den passenden Züchter findest

11. September 2017

Es ist soweit, ein Hundekind zieht bei dir ein. Die Rasse steht fest und es soll ein Welpe sein. Soweit so gut. Nun beginnt die Suche nach dem passenden Züchter. Die ist meistens gar nicht so leicht und sollte gut durchdacht sein. Mit meinen Tipps fällt es dir hoffentlich etwas leichter.

 

1. Hobbyzüchter oder doch ein Hund mit Papieren?

Tatsächlich ist nicht jeder Hobbyzüchter schlecht, oder jeder Züchter mit Papieren super. Jedoch ist dies oft ein erster Anhaltspunkt über die Qualität der Zucht. Bei einer Verbandsmitgliedschaft des Züchters sind Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere in der Regel Pflicht, die Welpen sind geimpft, gechipt und tierärztlich untersucht worden. Der Verband kommt, um den Wurf abzunehmen und dank der Ahnentafel kannst du im Krankheitsfall nachvollziehen, ob es erblich bedingte Schwierigkeiten geben kann. Ich würde dir daher immer zu einem Züchter raten, der einem Verband angehört. Jedoch solltest du auch hier nochmal kurz den Verband unter die Lupe nehmen.

Wühltischwelpen aus Osteuropa umgehst du so aber mit ziemlicher Sicherheit. Züchter der verschiedenen Verbände findest du jeweils auf der Verbandshomepage, oft sogar mit Wurfankündigung.

 

2. Wie viele Würfe hat der Züchter jährlich?

Es ist nicht nur wichtig, dass die Welpen sicher aufwachsen. Auch die Elterntiere sollten ein lebenswertes Leben haben. Das ist nur möglich, wenn die Hündin nicht permanent Welpen gebären  muss. Daher achte darauf, dass die Hündin im besten Fall nur alle 2 Jahre Welpen bekommt und nach dem dritten Wurf Schluss ist. Hat der Züchter z.B. drei Hündinnen könnte er durchaus 2 Würfe im Jahr haben, immer von einer anderen Hündin. Hat der Züchter mehr als 3 Hündinnen oder sogar noch verschiedene Rassen ist immer Vorsicht geboten. Warum erfährst du jetzt.

 

3. Bereitet der Züchter die Welpen auf ihr zukünftiges Leben vor?

Einen großen Teil der wichtigsten Zeit im Leben verbringen die Welpen beim Züchter. Daher ist es besonders wichtig, dass sich dieser ausreichend um die Welpen sorgt. Er sollte bereits an der Sozialisierung der kleinen arbeiten und schon einige Verhalten vortrainieren. Was heißt das jetzt genau?

  • die Welpen sollten die Leine und das Geschirr kennen
  • die Welpen sollten bereits auf Beißhemmung vortrainiert sein
  • die Welpen sollten bereits auf Stubenreinheit vortrainiert sein
  • die Welpen sollten bereits Auto fahren kennen (nicht nur die Fahrt zum Tierarzt)
  • die Welpen sollten auch Bereiche außerhalb des Grundstückes kennen und sich dort wohl fühlen, z.B. die Stadt, eine Fußgängerzone, einen Parkplatz, einen Park, den Tierpark, etc.
  • Geräusche, Objekte und verschiedene Oberflächen sollten auch bekannt sein, z.B. Staubsauger, Rasenmäher, Waschmaschine, Schubkarre, Fahrrad, andere Hunderassen, Beton, Kies, Gitter, nasses Gras, etc.

Das ist das mindeste, was ein Züchter leisten sollte. Hinzu können noch tolle Dinge wie Entspannungstraining, Kennenlernen des Markersignals, Medical Training und Co kommen. Je mehr der Züchter bereits mit den Hunden übt, desto leichter wird es in der Regel für den Welpenbesitzer. Daher empfehle ich dir, darauf besonderen Wert zu legen.

 

4. Wie ist der Umgang mit den Hunden?

Wie bereits erwähnt sind die ersten Wochen im Leben eines Hundes wahnsinnig wichtig. Aus diesem Grund solltest du auch ein besonderes Augenmerk auf den Umgang mit den Welpen und den erwachsenen Hunden legen. Ein stets netter Umgang und ein Training über positive Verstärkung bieten den Hunden ein optimales Umfeld angstfrei und selbstsicher zu wachsen. Fliegen in der Welpenstube bereits die Rütteldosen und es wird viel gestraft solltest du Abstand von diesem Züchter nehmen.

 

5. Und am Ende bleibt der persönliche Eindruck.

Bevor du dich entscheidest, solltest du den Züchter persönlich kennenlernen. Fahre zu ihm nach Hause und schaue dir das gesamte Umfeld an. Die Elterntiere sollten nett, angstfrei und aufgeschlossen sein. Die Welpen altersentsprechend aufgeweckt und der Umgang nett. Sieh dir an, ob viel nur versprochen wird, oder ob es auch in Wahrheit genauso umgesetzt wird. Hast du nun ein gutes Bauchgefühl steht deinem Welpenglück nichts mehr im Wege. Bekommst du leichte Bauchschmerzen solltest du dich nicht von den Babys einlullen lassen und drei Augen zu drücken. Schau lieber nach einem anderen Züchter.

 

Nun ist klar, wie viel Arbeit hinter der Aufzucht eines Wurfes steckt oder? Dann erklärt es sich auch, weshalb ein Züchter nicht alle 3 Monate einen Wurf haben sollte. Niemand hat 7 Arme, um diesen ganzen Aufgaben gerecht zu werden. Bei einem Wurf im Jahr ist das aber durchaus machbar. Bei den ganzen Aufgaben ist es auch nicht möglich, die Welpen für 200-500€ zu verkaufen. Halte daher bitte unbedingt Abstand von billig verkauften Welpen. Sie sind oft unter schlechten Bedingungen aufgewachsen und die Elterntiere führen ein trostloses Leben. Weitere Informationen zum Thema Welpenhandel findest du hier.